
Der Fachkräftemangel im Schweizer Pflegesektor ist keine Zukunftsprognose mehr – er ist gelebte Realität. Laut dem Schweizerischen Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) fehlen bis 2030 rund 65'000 Pflegefachpersonen. Für Alters- und Pflegeheime bedeutet das: Handeln ist jetzt gefragt.
Die meisten Institutionen kennen die offiziellen Kündigungsgründe: bessere Bezahlung, Arbeitszeiten, Karrieremöglichkeiten. Was sie nicht kennen, sind die echten Gründe – diejenigen, die Mitarbeitende ihren Vorgesetzten gegenüber nie aussprechen würden.
In unseren anonymen persönliche Interviews hören wir andere Dinge: mangelnde Wertschätzung, fehlende Mitsprache, unklare Kommunikation, Konflikte im Team, die nie angesprochen werden. Diese Themen erscheinen in keiner internen Befragung – weil niemand ehrlich antwortet, wenn die Anonymität nicht garantiert ist.
1. Ehrliche Bestandsaufnahme machen
Bevor Sie Massnahmen ergreifen, müssen Sie wissen, wo Sie wirklich stehen. Nicht was Sie glauben zu wissen – sondern was Ihre Mitarbeitenden wirklich denken. Eine externe, anonyme Befragung ist der einzige Weg, ehrliche Antworten zu erhalten.
2. Benchmark-Vergleich nutzen
Eine Zahl ohne Kontext ist bedeutungslos. Wenn 72% Ihrer Mitarbeitenden sagen, sie würden Ihre Institution weiterempfehlen – ist das gut? Erst der Vergleich mit dem QUALIS-Benchmark gibt Ihnen Orientierung.
3. Konkrete Massnahmen ableiten
Daten allein verändern nichts. Entscheidend ist, was Sie daraus machen. Welche drei Massnahmen setzen Sie in den nächsten 90 Tagen um? Wer ist verantwortlich? Wie messen Sie den Erfolg?
Der Fachkräftemangel ist ein strukturelles Problem – aber Ihre Attraktivität als Arbeitgeber ist eine Variable, die Sie beeinflussen können. Institutionen, die regelmässig messen und konsequent handeln, haben messbar weniger Fluktuation.
Der erste Schritt ist immer derselbe: Wissen, wo man wirklich steht.